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Ähnlich arrogant wie die Atomindustrie hatte der Ölmulti BP vor dem Versinken der Ölbohrplattform Deepwater Horizon erklärt, man habe die Ölbohrungen im Golf von Mexiko in rund 1500 Metern Wassertiefe technisch im Griff. Dann, am 22. April 2010, zwei Tage nach einer Explosion, bei der elf Menschen starben, versank die Ölplattform im Meer. Aus dem Bohrloch austretendes Öl verursacht seitdem eine Ölpest im Golf von Mexiko, welche zur schwersten Umweltkatastrophe dieser Art in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika führte. Laut Berechnungen von BP und einer Konzernveröffentlichung vom 25. Juni 2010 betrugen die bis dahin angelaufenen Kosten der Ölpest bereits knapp 2 Mrd. Euro (2,35 Mrd. US-$).

Das sind Peanuts im Vergleich zu den Schäden im Falle einer Atomkatastrophe. Eine Studie der Bundesregierung kam zu dem Ergebnis, dass bei einem schweren Kernschmelzunfall in einem deutschen Atomkraftwerk mit Schäden von bis zu 5500 Milliarden Euro zu rechnen wäre. Das Forum ökologische Sozialwirtschaft errechnete sogar Schäden von mehr als 11.000 Milliarden Euro. Gerade stehen müssen die Atomkraftwerksbetreiber aber für lediglich 2,5 Milliarden Euro. Das heißt, dass die Bevölkerung nicht nur gesundheitlich, sondern auch finanziell das volle Risiko eines Atomunfalls trägt.

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